Der Atomausstieg ist besiegelt. Die Energiewende wird ihre Weg nun im Wesentlichen ohne die “Brückentechnologie”, wie die Bundesregierung noch vor wenigen Monaten die Atomkraft so gerne bezeichnete, finden müssen. Wie das jedoch genau funktionieren soll, dazu gibt es – wie immer wenn es um Politik geht – so viele Meinungen wie Lobbyisten. Dass allerdings dieselben Politiker, die den Atomausstieg beschließen, zeitgleich laut über einen weiteren Subventionsabbau für die Solarenergie nachdenken, verwundert schon.
Der Anteil der erneuerbaren Energien lag in Deutschland im vergangen Jahr bei gerade einmal 17 Prozent – nur zwei Prozent davon kamen aus Photovoltaik-Anlagen. Diesen Anteil werden wir deutlich ausbauen müssen, wenn wir in Zukunft nur noch »sauberen« Strom konsumieren wollen. Was die Solarindustrie jetzt also braucht, ist langfristige Investitionssicherheit und keine »Fähnchen-im-Wind«-Polemik.
Anstatt über die Subventionen zu unken, sollten die Berliner Entscheidungsträger lieber über mehr Technologieförderung für die Photovoltaik-Forschung nachdenken und darüber, wie man Forschung und Industrie künftig besser vernetzen kann.
Innovationskraft der deutschen Solar-Forscher fehlt es nicht. Allerdings nützen fast wöchentlich neue Effizienzrekorde wenig bis gar nichts, wenn sie am Ende den Sprung in die Industrie nicht schaffen. Das liegt zum einen daran, dass die Herstellungesprozesse in der Photovoltaik – beispielsweise in der Dünnschichttechnik – sehr komplex sind und daher schwierig auf serientaugliches Niveau zu übertragen sind. Aber ein anderer Grund ist auch, dass das Risiko für die PV-Maschinenbauer sehr hoch ist und wer auf das falsche Pferd – respektive die falsche Technologie setzt, steht schnell vor dem Aus. Dass von Seiten der Industrie die Investitionebereitschaft in neue Technologien begrenzt ist, ist deshalb auch verständlich.
Dass es bei der Solarförderung bzw. bei der Verteilung der Förderung an einigen Stellen Optimierungsbedarf gibt, darüber lässt sich durchaus diskutieren. Nicht diskutieren lässt sich allerdings in diesem Fall über eine ersatzlose Kürzung. Denn ohne Förderung oder Subventionen der Solartechnik wird die Energiewende nicht gelingen.


