Gesichter der Energieeffizienz

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01. Februar 2012
Was Desertec, Schleswig-Holstein und Marokko verbindet

special Wind-Expertise aus Schleswig-Holstein für Marokko

96 Prozent der Energie importiert Marokko – dafür gibt das Land gut 10 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus. Laut Dr. Meriem Rezgaoui von der Desetec Foundation eine Sackgasse und Katastrophe für die Umwelt. Schleswig-Holstein und Desertec unterstützen Marokko dabei, das zu ändern.

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Dr. Meriem Rezgaoui
© Desertec 
zoom
Dr. Meriem Rezgaoui, Desertec Foundation: »Wir unterstützen WEREEMa, weil das gemeinsame Projekt zwischen Marokko und Schleswig-Holstein für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Marokko die Desertec-Kriterien erfüllt und die die großen Potenziale aufzeigt, die darin stecken, Nordafrikas Wind- und Sonnenenergie in die Stromversorgung Europas einzubinden.«

Das 32-Mio.-Einwohnerland Marokko wächst schnell: Der Bedarf an Primärenergie steigt mit 6,5 Prozent pro Jahr, der Bedarf an Elektrizität mit 7,5 Prozent pro Jahr. Deshalb hat das Ministerium für Energie, Bergbau, Wasser und Umwelt 2009 ein anspruchsvolles Ziel verkündet. Bis 2020 sollen unter der Federführung der 2010 gegründete MASEN (Maroccan Agency for Solar Energy) Solarkraftwerke mit einer Leistung von 2 GW gebaut werden.

Insgesamt will das Ministerium die Energie im Lande vor allem aus erneuerbaren Quellen erzeugen, neben der Sonne biete sich die Windkraft an, deren Potenzial bei 25 GW liegt. Drei Windkraftanlagen sind bereits in Betrieb, fünf befinden sich im Bau und fünf weitere sind in der Planung. Auch über Windkraft will Marokko bis 2020 eine zusätzliche Kapazität von 2 GW aufbauen. Für den Ausbau der erneuerbaren Energien insgesamt ist ADEREE (Agency for Development of Renewable Energy and Energy Efficiency)  zuständig.

Weil es in Marokko allerdings an Kompetenz und Experten für Windkraft fehlt entstand die Idee zur Zusammenarbeit. Denn auch wenn beide Länder geographisch weit voneinander entfernt sind, gibt es doch Ähnlichkeiten. Im Norden Deutschlands weht der Wind mit bis zu 11 m/s wie in Marokko recht kräftig und Schleswig-Holstein konnte bereits über viele Jahre Erfahrung im Bereich der erneuerbaren Energien sammeln. Mehr als 100 Firmen haben sich dort rund um die Windenergie angesiedelt. »Marokko befindet sich bei der Windenergie ungefähr auf dem Stand Schleswig-Holsteins vor 30 Jahren«, sagt Dr. Meriem Rezgaoui von der Desertec Foundation.

Deshalb hat das Umweltministerium von Schleswig Holstein 2011 das auf drei Jahre angelegte Projekt WEREEMa zur Förderung der Windenergie, anderer Erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz in Marokko gestartet. Das Konsortium des Projektes besteht unter der Führung der Investitionsbank Schleswig-Holstein (Energieagentur) und marokkanischen Partnern aus der Desertec Foundation, dem Center of Excellence of Windenergy Schleswig-Holstein, CEWind, und dem Biomassekompetenzzentrum des Landes.

Für das Projekt haben das Bundesumweltministerium und von die Europäischen Kommission Mittel in Höhe von 3 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Die marokkanischen Partner bringen Personal- und Sachmittel in Höhe von 600.000 Euro ein. Schleswig-Holstein beteiligt sich an dem Projekt mit dem Know-how seiner Facheinrichtungen.

Damit sollen laut Meriem Rezgaoui die Kompetenzen in Wind- und Solarenergie ausgebaut, die  neu gegründeten Institutionen sollen von den Organisationen in Schleswig-Holstein lernen können und neue Modellprojekte sollen in Marokko angestoßen werden. Ein wichtiges Ziel besteht außerdem darin, die Bevölkerung auf das Potenzial der erneuerbaren Energien aufmerksam zu machen und die Neugierde zu wecken. An der al Akhawayn University in Ifrane/Marokko wird unter der Federführung von CEWind ein eigener Studiengang für Sustainable Energy Management eingerichtet.

Fachleute aus Schleswig-Holstein werden beim notwendigen Netzausbau, bei der Standortsuche für Erneuerbare Energien, beim Aufbau von Beratungskompetenz marokkanischer Einrichtungen sowie bei der universitären und technischen Ausbildung in Marokko mitwirken.

»Mit WEREEMa leisten Schleswig-Holstein und Marokko einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des DESERTEC-Ansatzes und tragen dazu bei, die großen Potenziale Nordafrikas in der Wind- und Sonnenenergie in die Stromversorgung Europas einzubinden«, freut sich Meriem Rezgaoui.