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Würth Solar setzt mit neuer, auf fünf Säulen basierender Strategie auf dynamisches Wachstum
»Unsere Stärke ist ganz klar der Vertrieb, nicht die Massenproduktion«
Würth Solar bleibt auch nach der Neustrukturierung seines Solar-Geschäfts CIS-Modul-Hersteller, überlässt die Multiplikation der CIS-Technologie aber dem Kooperationspartner Manz Automation. Die beiden Würth-Solar-Geschäftsführer Karl-Heinz Groß und Bernd Sprecher erläutern zusammen mit Günter Elbrecht, CEO der SolarMarkt AG, die Hintergründe der Akquisition.
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Markt&Technik: Sie haben vor kurzem die SolarMarkt übernommen und fast gleichzeitig Ihre CIS-Technologie an Manz lizenziert. Warum steigen Sie in den Photovoltaik-Großhandel ein, und warum sind sie einen Know-how-Lizenzierungs- und Kooperationsvertrag für CIS-Dünnschichtfarbriken mit Manz Automation eingegangen?
Karl-Heinz Groß: Zur Stärkung unserer Position als CIS-Modulhersteller und als Anbieter von Photovoltaik-Lösungen haben wir eine neue Unternehmensstrategie aufgesetzt, die fünf strategische Geschäftsfelder definiert. Unser bestehendes Geschäft des Systemvertriebs und der Geschäftsbereich Solarkraftwerke sowie die mit dem Kauf der SolarMarkt hinzugekommenen Bereiche Großhandel und Photovoltaik-Montagesysteme treiben unser zukünftiges Wachstum. Die Know-how- Lizenzierung und Kooperation mit Manz Automation sorgt als fünfte Säule dieser Strategie für eine Multiplikation unserer CIS-Photovoltaiktechnologie.
Basierend auf diesen fünf Säulen, wollen wir in den nächsten fünf Jahren kontinuierlich schneller wachsen als der Markt und peilen für 2014 einen Umsatz von über 500 Mio. Euro an.
Könnte man also sagen, Sie konzentrieren sich auf Ihr Kerngeschäft, den Vertrieb, und ziehen sich aus dem investitionsintensiven weiteren Ausbau Ihrer eigenen CIS-Photovoltaik-Aktivitäten zurück?
Bernd Sprecher: Für uns bedeutet speziell die Vereinbarung mit Manz eine ideale Ergänzung unserer Kernaktivitäten. Wir haben damit eine Möglichkeit gefunden, unser aufgebautes Wissen wirtschaftlich zu nutzen und unsere CIS-Technologie in Massenproduktionsvolumina überzuführen. Massenproduktionen stehen aber traditionell nicht in unserem eigenen strategischen Fokus. Unser Kerngeschäft ist der Vertrieb. Ein weiterer eigener Ausbau unserer CIS-Aktivitäten hätte Investitionen von mehreren 100 Mio. Euro bedeutet, eine Summe, die Würth traditionell nicht in Einzelprojekte investiert. In der Kooperation mit Manz können wir nun die eigene Fertigung in Schwäbisch Hall fortführen und dort neben der eigentlichen Produktion von CIS Modulen an der Weiterentwicklung der Technologie arbeiten.
Würth Solar und SolarMarkt bewegen sich in etwa auf dem gleichen Umsatzniveau. Handelt es sich bei der Akquisition also um einen »Merger of Equal« oder um ein Schnäppchen, einen günstigen, ins Konzept passenden Krisenzukauf?
Günter Elbrecht: SolarMarkt war sicherlich kein Schnäppchen. In meinen Augen ist die Kaufentscheidung von Würth Solar im besten Sinne antizyklisch. Wir bringen neben unserer Kompetenz und dem Erfolg im Bereich Großhandel mit Creotecc auch das sehr erfolgreiche Geschäftsfeld Photovoltaik-Montagetechnik in die Würth Solar ein. Unsere gewachsene internationale Aufstellung erleichtert zudem für Würth Solar die Zielsetzung einer stärkeren Internationalisierung.
Mit Würth Solar haben wir einen Akquisitionspartner gefunden, der nicht nur Wert darauf legt, dass beide Marken auch in Zukunft in bewährter Manier als eigenverantwortliche und eigenständige Marken am Markt operieren. Wichtig war für uns auch, dass wir unter dem Dach der Würth Solar die langfristige strategische Ausrichtung und Finanzstärke gefunden haben, die für unser zukünftiges Wachstum und die geplante weitere Internationalisierung notwendig ist. Wer seine Aktivitäten in diesem Bereich zukünftig nicht verstärkt international ausrichtet, der wird der kommenden Marktkonsolidierung zum Opfer fallen.
Welcher der fünf Bereiche hat nun kurz- und mittelfristig, welcher langfristig das größte Entwicklungspotential und damit die größte Bedeutung für Sie?
Karl-Heinz Groß: Kurz- und auch mittelfristig werden voraussichtlich die Solarkraftwerke und der Großhandel unsere stärksten Umsatzträger sein. Den Anteil des CIS-Systemgeschäfts wird geringer ausfallen, der der Solarinstallationstechnik deutlich darunter liegen, wobei wir auch in beiden Bereichen große Potentiale sehen.
Bei der zukünftigen Entwicklung des CIS-Systembeitrags wird entscheidend sein, wie schnell Manz bei der weltweiten Vermarktung der CIS-Solarzellenfertigungs-Technik erfolgreich sein wird.
1. Teil: »Unsere Stärke ist ganz klar der Vertrieb, nicht die Massenproduktion«
2. Teil: »Unsere Stärke ist ganz klar der Vertrieb, nicht die Massenproduktion«
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