Solarförderung: Preistreiber oder sinnvolle Subvention?

von Andreas Knoll
Veröffentlicht am: 5. April 2011
Kategorien: Photovoltaik
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Kommentare: 16 Kommentare

Über Sinn und Unsinn der finanziellen Förderung der Solarenergie nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist in letzter Zeit viel gesagt und geschrieben worden. Recht verbreitet ist mittlerweile die Sorge, die Strompreise könnten wegen der Solarförderung innerhalb der nächsten Jahre massiv steigen. Aber ist dafür tatsächlich in erster Linie die Solarförderung verantwortlich?

Dass die vier großen Energieversorger die Strompreiserhöhungen anders begründen als die Solarbranche und ihre Verbände, überrascht nicht, sind doch die Interessenlagen sehr unterschiedlich. Die Stromkonzerne wollen ihre Kohlekraftwerke und ihre indirekt aus Steuergeldern subventionierten Atommeiler möglichst lange weiter betreiben und betrachten daher Investitionen in die Erneuerbaren eher als »notwendiges Übel«. Der stark exportorientierten Solarbranche geht es hingegen darum, über eine »Referenz-Präsenz« auf dem Heimatmarkt ihren technischen Vorsprung und damit ihre Weltmarktposition auszubauen.

Was ist Ihre Meinung zur Solarförderung? Argumente aus der Sicht eines Vertreters der Solarbranche sind in diesem Artikel zusammengefasst.

16 Kommentare - Kommentar schreiben
  1. Längst müsste der Atomstrom teurer sein, damit in der Zukunft von den Rücklagen deren Stillegung bezahlt werden kann. Klar ist, dass es die Verbraucher zahlen – früher oder später. Hier kommt noch ein gewaltiger Preistreiber auf uns zu.
    Wichtig ist auch, dass wir mit den vorhandenen Resourcen sparsam umgehen. In vielerlei Hinsicht ist hier auch ein Downsizing notwendig. Beispiel Elektrofahrzeug: die Physik ist hier nicht anders. Kleine Fahrzeuge benötigen weniger Energie als große Fahrzeuge. Siehe auch http://www.ape5zero.de

    • Ekkehard sagt:

      Bezüglich Atomstrom: Diese Technik stammt aus der Nachkriegszeit bzw. der des kalten Krieges und dient jetzt nur mehr zur Überbrückung zu moderneren Formen der Energiegewinnung.
      Die Endlagerung ist einfacher als man glaubt: Dort wo das Uran abgebaut wurde da kommt der langlebig strahlende Atommüll möglichst in gebundener Form einfach wieder hinein. Denn der langlebige Atommüll strahlt dennoch um einige Zehnerpotenzen von Jahren kürzer als Uran.
      Bezüglich Solarförderung: Ja, dort wo es Sinn macht, wirtschaftlich und nicht zu teuer ist. Gebäudeintegrierter Photovolktaik ist dabei Großprojekten der Vorzug zu geben, weil sie kaum stört und Grünflächen, die man besser für Biomasse nutzen kann, nicht “verbaut”. Dächer und Fassaden öffentlicher und industrieller Gebäude (Sport- und Lagerhallen, Lärmschutzwände, usw.) bieten sich gerade dazu an.
      Eine Dezentralisierung der Energieproduktion zugunsten mehrere kleinerer Projekte sollte eigentlich die Devise sein.

    • Die Solarförderung zeichnet sich seit Jahren durch eine extreme Fehlsteuerung aus – 50 Prozent der Förderung erzielen nur 2 Prozent der Energieerzeugung. Darüber können auch die bescheidenen Kürzungen der Förderbeträge nicht hinwegtäuschen. Die ungeheuren Summen, die in die Photovoltaik gepumpt werden, landen nämlich fast ausschließlich in der Produktion und nur zu einem sehr kleinen Teil in der Forschung und Entwicklung von Neuerungen. So konnte kein technischer Vorsprung erhalten werden. Deshalb profitieren inzwischen auch chinesische Hersteller mehr als deutsche von diesen Subventionen, die den Investoren 12 Prozent Rendite sichert. Das Ergebnis ist, wie wir nun sehen: ein Solarunternehmen nach dem anderen gerät in Schwierigkeiten. Wir unterstützen die kritische Überprüfung und weitere Kürzung der Förderung, die Bundeswirtschaftsminister Rösler jetzt fordert, weil durch die Solarförderung im EEG der Strompreis der Industrie und des kleinen Mannes massiv verteuert wird

    • Ich finde wir haben ein ganz großes Problem damit, dass die Förderungen jetzt gestrichen werden könnten. Dass würde meiner Meinung nach dazu führen, dass wieder hunderte von Arbeitsstellen gestrichen werden würden.
      Dazu kommen natürlich noch andere Probleme die aber schon reichlich Diskutiert wurden.

      Ich finde Photovoltaikanlagen gehört die Zukunft und das sollte gefördert werden

  2. Reinhard sagt:

    Sonne ist umsonst und überall mehr oder weniger nutzbar und scheint zumindest global gesehen 24h am Tag.
    Jedes Haus hat ein Dach mit einer Fläche, welche einen grossen Teil der im Haus erforderlichen Energie einfangen könnte.
    Ein Dach mit einer Solar-/PV- Anlage zu bestücken kostet nur einen Bruchteil der gesamten Baukosten.
    Man sollte ein Gesetz erlassen welches vorsieht, dass jeder Neubau einen bestimmten Teil der erforderlichen Energie selbst beisteuern muss. Das kann zum Teil über Energieeinsparung, z.T. über Sonnenenergienutzung und andere Technologien wie Erdwärme, Wind, etc. geschehen.
    Bei Nichterfüllung der Vorschriften, Sondersteuer.
    Durch fehlende Subventionierung könnte sich der PV Markt besser und schneller entwickeln.
    Das Ausgangsmaterial und die Herstellkosten sind billig und die Fertigungstechnologie ist ausgereift.
    Verhindern sollte man m.E. PV Plantagen, d.h. Ueberbauung von Aeckern und Wiesen.
    Ziel sollte nicht die Rendite sondern die Eigenversorgung sein.
    Sicher lässt sich auch noch vieles optimieren, ich denke da vor allem an die gleichzeitige Nutzung der Zellen zur Warmwasser- und Elektrizitätserzeugung.
    Im Moment entfallen noch ein Grossteil der Anlagenkosten auf die Montage und Installation. Durch einfachere Systeme könnte auch der Heimwerker angesprochen werden und viele Altbauten wirtschaftlich nachgerüstet werden.
    Mein Traum: auf jedem Dach eine PV-/ Solar-WW- Anlage. Mindestens 60% der benötigten Energie/Haus selbst aus Sonne, Wind, Erdwärme erzeugen.
    Meine Meinung:
    Atomenergie ist nicht beherrschbar. Unfälle nicht vertretbar.
    Flüsse sollen fliessen. Aufstauungen sollten vermieden werden. Flusskraftwerke sollten mit grösster Umsicht und nur unter Beibehaltung einer gewissen Restfliessgeschwindigkeit genehmigt werden.
    Bei Windkraftanlagen sollte auch die Einbindung ins Landschaftsbild beachtet werden. Unter Berücksichtigung der örtlichen Energiebedingungen liesse sich ev. auch die eine oder andere Windanlage einsparen. (lokaler Eigenbedarf gegenüber Gewinnmaximierung)

    Energie für morgen – kein Problem – eine Herausforderung

  3. Horst sagt:

    Atommeiler wurden mit riesigen Subventionen gebaut! Der Transport der abgebrannten Brennstäbe kostet Unsummen! Die Endlagerung ist weiterhin ungelöst und wird den Steuerzahler wiederum Unsummen kosten! Der Abbau der Atommeiler wird Kosten erzeugen, die meine Vorstellungen übersteigen!

    Bis zum heutigen Tag haben die Bundesregierungen es nicht geschafft, den Stromkonzernen die Rücklagen für diese auf den Steuerzahler zu kommenden Kosten zu entlocken. Die Brennelementesteuer ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Stromkonzerne verbuchen Jahr für Jahr Milliardengewinne und müssen nicht für Entsorgung aufkommen, jammern aber über ein bisschen Solarförderung. Knabbern aber auch an diesem Kuchen, indem sie überdimensionale Solarplantagen bauen.

    Die Bundesregierung sollte bei der Solarförderung kleinere Anlagen auf Eigenheimen stärker fördern, große Anlagen von Investoren weniger stark fördern. Dies sollte sich auch bei den Erzeugerpreisen für Solarstrom wiederspiegeln. Die Akzeptanz für Photovoltaik bei einem Großteil der Bevölkerung könnte damit erheblich gesteigert werden.

    Die Politker sollten endlich damit aufhören, das Klagelied der Stromkonzerne mit zu singen. Aussagen, wie die von Herrn Brüderle, dass die Strompreise erheblich steigen werden, wenn die Atommeiler stillgelegt werden, sind nur Panikmache. Politiker sollten längerfristig denken und nicht nur kurzfristig, sie wirken dadurch nicht glaubwürdig.

  4. Mit dem EEG wird das Pferd am Schwanz aufgezäumt. Die Solarförderung hätte man auch durch Brechen des Monopols der Siliziumhersteller bewerkstelligen können. Mit billigen Solarzellen, die sich jeder aufs Dach machen kann, hätten sich die Banken und Versicherungen keine goldene Nase verdient. Der Strom müsste dann auch nicht subventioniert werden. Jetzt wird gewartet, bis die Solarzellen aus China kommen.

  5. T. Kuttenberger sagt:

    Wie wir aus den Reaktionen auf Fukushima sehen, werden wir die Solartechnik im Energiemix der Zukunft brauchen. Zukunftsträchtige Technologien müssen gefördert werden, bis sie zum Selbstläufer werden. Die Förderung sollte daher soweit zurückgefahren werden, dass Preissenkungen und erhöhter Wettbewerb stattfinden, dabei der Markt aber weiter wächst. Das hat in der Vergangenheit gut funktioniert. Die Förderung darf nicht so weit zurückgefahren werden, dass der Markt schrumpft. Das wäre bei einer zukunftsträchtigen Technologie fatal.

  6. Wolfram sagt:

    Deutschland ist das Land, welches Photovoltaik am erfolgreichsten fördert. Die Förderquote beträgt seit Jahren(berechnet 2003, 2005 und 2009) etwa 160% der Gestehungskosten, wenn man die garantierten Einspeisepreise über die Förderzeit berücksichtigt. Diese Quote war auch über die Jahre hin etwa konstant, wenn die Förderungen reduziert wurden, sind die Module billiger geworden.

    * Bei solchen Bedingungen finanziert jede Bank, risikolos!
    * Es wird von den künftigen Stromverbrauchern noch viel Geld fließen.

    8 der 10 größten Hersteller von Solarmodulen haben ihren Firmensitz in … China! (Darum konnten auch die Preise so sinken.)

    * Über den volkswirtschaftlichen Sinn muss ich wohl nichts sagen.

    Auch die Energierückflusszeit ist drastisch gesunken: Brauchte man anfangs etwa 18 Jahre, um die zur Herstellung eines Panels benötigte Energie zu gewinnen, ist dieser Wert heute auf etwa 4-5 Jahre gesunken. Das liegt zum einen an den Energieeinsparungen durch großtechnische Prozesse, die aber heute weitestgehend ausgereizt sind. Diese machen etwa den Faktor 2 aus. Der zweite Faktor liegt im Standort der untersuchten Solarpaneele: Süd-Kalifornien, – mit gegenüber Deutschland etwa doppelt so hohen Werten für nutzbare Sonnenstrahlung.

    Hätte man nur einen Bruchteil der hier verschleuderten Gelder in “Denken” und energiesparende Maßnahmen investiert, wäre der Effekt nachhaltiger. Aber Denken und Sparen sind eben leider (noch) nicht “in”

  7. Jürgen sagt:

    Ich habe hier einige Kommentare gelesen. Ich war etwa 22 Jahre bei einem größeren deutschen EVU beschäftigt und bin heute selber in der regenerativen Branche tätig.
    Fakt ist, wenn die Förderung über das EEG als Umlagefinanzierung mit Hilfe des EEG und KWK-Cent nicht gewesen wäre, hätten wir die Wachstumsraten in der Produktion der Anlagentechnik, der Weiterentwicklung und Wirkungsgradsteigerung sowie den Anlagenbau und die Preissenkungen an dieser Technik nicht erreicht. 2004 hat das Watt installierter PV-Anlagenleistung fertig in Betrieb auf Dachanlagen etwa 5 € gekostet, 2011 kostet es nur noch etwa 2,10-2,40 €! Davon sind 85% Materialkosten ohne Gemeinkostenzuschläge; also Beschaffungskosten beim Hersteller oder Händler! Durch die jetzt aktuellen Senkungen der Fördersätze wird die Phase der vorhandenen, aber notwendigen Überförderung sukzessive zurückgefahren.
    Ohne diese “Überförderung” wären die notwendigen Investitionen für diese Techniken in Fertigungsanlagen, Forschung, Aus-und Weiterbildung usw. niemals getätigt worden und diese Wachstumsraten nicht erreichbar gewesen. Durch das absenken jetzt, werden die Hersteller indirekt gezwungen zu einem strikt betriebswirtschaftlichen und marktorientierten Preisgefüge zu kommen um in einigen Märkten, u. a. auch Deutschland, noch Geschäft machen zu können. Kein Investor wird jetzt die einmal getätigte Investition stilllegen, er wird schauen wie er trotz der erheblich geringer werdenden Gewinnmargen immer noch gutes Geschäft macht und damit wird indirekt ein weiterer Wachstumsschub initiiert. Dadurch wird an der vorhandenen Technik optimiert, die Wirkungsgrade gesteigert, der Materialeinsatz optimiert. Dadurch werden weitere Preissenkungspotenziale geschaffen und an den Anwender weitergegeben. Dadurch wird die Technik preisgünstiger.
    Wenn hier gesagt wird, das ein Großteil der Produkte aus China kommt, so stimmt das leider! Man muß sich die Frage stellen woran das liegt!? Ich selber kenne einen Hersteller welcher Fördermittel vom Bund bekam, eine Fertigungslinie aufgebaut hat und diese nach 3 Jahren nach China verlagerte. Die Mitarbeiter in Deutschland wurden entlassen.
    Etwa 2014-2017 hat der regenerative Strom von Dachanlagen die Grenze der Grid-Parity erreicht. Dabei ist nicht gesagt ob dies durch Strompreissenkungen aus diesen Anlagen oder durch Strompreiserhöhungen der EVU erreicht wird. Ein weiterer Fakt ist, dass die regenerativen Erzeuger (als dezentrale Erzeuger) im direkten Wettbewerb zum herkömmlichen Kraftwerk stehen; nicht zum Stromnetzbetreiber!! Aber damit helfen diese Erzeuger auch:
    1. die Netzverluste in den realen Stromnetzen zu senken, da diese den Strom direkt am Verbraucher bereitstellen und damit die Stromtransportrichtungen teilweise umkehren,
    2. durch den in 1. genannten Effekt die Netzverlustkosten senken bzw. vermeiden und gleichzeitig die betriebswirtschaftlichen Kalkulationen der sogenannten Netzkosten für die “Betriebsmittel” im Stromweg ändern; jedes der “Betriebsmittel” wird weniger “belastet” und damit nimmt der Lebensdauerverbrauch ab, d.h. die Benutzungszeiten bis zu einer erforderlichen Ersatzinvestition durch Lebensdauerverbrauch verlängern sich,
    3. die in zentralen Kraftwerken erforderlichen Erzeugungen werden ebenfalls reduziert und damit Kosten vermieden.
    Der Personaleinsatz beim EVU wird relativ gering beeinflusst bis auf die Gewinngetriebene Rationalisierung.
    Es gibt noch weitere Effekte welche schwer beschreibbar sind, aber eigentlich zu einer Strompreissenkung generell führen müssten. Dies ist aber dem System der Gewinnmaximierung in dieser Gesellschaftsform zuwiderlaufend. Wenn man alle Kosten der Energiegewinnung gemäß dem “Verursacherprinzip” ermitteln würde. läge der Preis für den fossil, oder atomar erzeugten Strom bei etwa 1-2 € / kWh. Die Kosten für die Tagebausanierungen, die Atomendlager, die Wiederaufbereitung, die Transporte incl. der Proteste usw. Lasten alle am Steuerzahler. Wobei das Gesamtsteueraufkommen mehr zuungunsten der Arbeiter und Angestellten verlagert ist und die Unternehmen mit dem höheren und höchsten Energieverbrauch bei einigen Steuerteilen, u.a. bei der Energiesteuer eine zusätzliche Entlastung durch z.B. die Tabaksteuer Gegenfinanzierung erfahren. Die Energiekonzerne bekamen die “Verschmutzungszertifikate” für den regenerativ erzeugten Strom im Gegenzug vom Bundeswirtschaftsminister Müller quasi geschenkt. Dies erfolgte jedoch ohne betriebswirtschaftliche Bewertung der dadurch ersparten Kosten bei den EVU und der von denen angestellten Berechnungen der Strompreise für den Verbraucher! Wenn die EVU diese Zertifikate an der LEX Leipzig ersteigern oder bezahlen müssten, sähe diese Rechnung noch ganz anders aus; zu gunsten des Öko-Stromes! Aber dass verschweigen die EVU und auch einige von denen beauftragte Institute (z.B. das RWI) ganz gerne; wegen der Interessen der Aktionäre!
    Wenn man die tatsächlichen Subventionen aus Steuergeldern für die Atomwirtschaft und Kohle (Kohlepfennig, Sanierungskosten der Tagebaue…)und die direkte Umlagefinanzierung über den EEG und KWK-Cent über den tatsächlichen Stromverbrauch gegenüberstellt, müsste bei sofortigem Wegfall der steuerlichen Subventionen in Deutschland entweder jedes Kraftwerk abgeschaltet werden, weil es schlagartig, trotz der “steuerlichen Abgeschriebenheit”, unwirtschaftlich Strom erzeugt oder die kWh etwa 2,5 € kosten! Der Öko-Strom ist dazu im Vergleich ein “Geschenk” mit etwa 0,30 € zuzügl. Mehrwertsteuer je kWh!
    Allein die Kenntnis von gewissen Zusammenhängen erlaubt eine etwas unabhängigere und realistische Betrachtungsweise dieser Materie.

  8. Rico sagt:

    Ich finde das ganze EEG nicht gut. Ich als Stromkunde muss irgend welche privaten unwirtschaftlichen Solaranlagen oder Ähnliches finanzieren. Die Erhöhung für dieses Jahr habe ich bereits erhalten. Erstes sollten Besitzer solcher Anlagen ihren Eigenbedarf decken und erst bei Überkapazität eine Netzeinspeisung vornehmen! Zweites finde ich es wenig ökonomisch wenn auf Grund der zusätzlichen Schwankungen, die durch Photovoltaik und WKA verursacht werden, Kraftwerke ihre Leistungen drossen müssen und somit einen schlechteren Wirkungsgrad erreichen. Drittens bezweifel ich das Solarzellen auf Siliziumbasis in Deutschland jehmals die Energie erzeugen die für ihre Herstellung (plus Aluminiumrahmen, plus Verglasung) benötigt wird. Viertens bin ich nicht begeistert wenn Ackerflächen eher für Biomasse als für Nahrungsmittel verwendet werden (gilt auch für E10 ist aber ein anderes Thema). Man könnte ja mal allen Atomkraft- und Kohlekraft- Gegnern den Strom abstellen. So ließe sich sicher das ein oder andere Kraftwerk abschalten.

    • Jürgen sagt:

      Hallo Rico,
      Ich habe mit Interesse, aber auch mit einem gewissen Erschrecken deinen Kommentar gelesen.
      Da ich selber Besitzer aber auch Lieferant von Photovoltaikanlagen bin, durch meine lange Erfahrung bei einem deutschen EVU im Betrieb von Stromnetzen und Kraftwerken, muß ich Dir leider sagen, dass was Du erreichen willst und wie Du es Dir vorstellst funktioniert so nicht!
      Es gibt 3 Arten von Kraftwerken:
      1. Grundlastkraftwerke; Wasserkraftwerke an Stauwerken und Talsperren, Atomkraftwerke, große Kohle bzw. Gaskraftwerke und eben auch zunehmend Blockheizkraftwerke(BHKW), PV-Anlagen und Windkraftanlagen im Mix,
      2. Mittellastkraftwerke; Kohle und Gaskraftwerke, kleinere Wasserkraftwerke, BHKW, PV-Anlagen und Windkraftanlagen im Mix,
      3. Spitzenlastkraftwerke; Gaskraftwerke, Pumpspeicherkraftwerke, BHKW, kleine Kohlekraftwerke, PV-Anlagen im geringen Umfang Windkraftanlagen.
      Diese 3 wesentlichen Arten werden von den 4 deutschen EVU beherrscht und durch die jeweilige “Lastflusssteuerung” geregelt und eingesetzt; aber eben nur für das Versorgungsgebiet dieses EVU!
      In DE fehlt eine “landesweite, Eigentümerunabhängige! Lastflusssteuerung”. In der ehem. DDR gab es das, und es hat hervorragend funktioniert.
      Mittlerweile ist aber das westeurop. Verbundnetz so groß und alt, dass eine Modernisierung dringend erforderlich wird. Das Netz ist 40; teilweise 60 Jahre alt. Diese Modernisierung kostet Geld; das hätten die jetzigen Eigentümer ganz gerne von den Verbrauchern oder eben über andere Förderinstrumente bezahlt. Daher kommen auch einige Aussagen der EVU und das “Gejammer”. Nicht die bestehenden Trassen allein müssen mit neuen Masten, Leiterseilen usw. versehen werden; sondern die Umspannstationen sind das kostenintensive am Stromnetz!
      Es wäre gut, wenn Du Dich mit den Wirkungsgraden der Kraftwerke auseinandersetzt. Ein AKW (Wärme wird mittels Kernspaltung erzeugt) und ein Kohlekraftwerk ohne Kraft-Wärme-Kopplung hat eben nur 30% Wirkungsgrad, der Rest geht durch die “Kühltürme und die Kamine” in die Umwelt; Energieerhaltungssatz! Ein modernes Kohlekraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung kommt auf 41 % maximal.
      Der Transport von Wechsel, oder Drehstrom hat höhere Verluste (Physik!) als der von Gleichstrom über gie gleiche Entfernung.
      Darüber muß in DE stark nachgedacht werden: wie bringen wir große Leistungen möglichst verlustarm von der Küste nach Mitteldeutschland.

  9. Jürgen sagt:

    Sicherlich habe ich darüber weitere Info´s. Teilweise aus meiner Tätigkeit beim EVU, einen Teil aus der Kenntnis der technisch-wirtschaftlichen Zusammenhänge und einen Großteil aus Weiterbildung und eigenem Interesse.

    Aber, jeder der sich halbwegs intensiv und interessiert mit dieser Materie befassen will und einiges an Hintergrundwissen aus dem Fach Physik hat, kann sich darüber leicht ein Bild machen.

    Als Hinweis: Stromfluss hat etwas mit Widerstandsverhältnissen und mit nichts anderem zu tun.
    Und der “quatsch” der Vertreter “wir haben nur ökö-Strom usw.” kann schon daher nie funktionieren.

  10. Rico sagt:

    Hallo Jürgen,
    warum mit Erschrecken, ok die letzten zwei Sätze waren etwas sarkastisch und nicht unbedingt ernst gemeint. Dennoch bin ich vom EEG nicht begeistert. Mit den Begriffen Grundlast, Mittellast und Spitzenlast kann ich sehrwohl was anfangen. Das Problem an WKA und Photovoltaikanlagen ist doch das sie für keine Lastart zuverlässig nutzbar sind. Natürlich kann der Wetterbericht Windstärke und Sonneneinstrahlung vorhersagen aber die installierte Leistung muss mit herkömmlichen Kraftwerken abgestützt werden. Das Kraftwerke Wirkungsgrade von 25% bis 40% haben weiß ich, auch das es sehr große Übertragungsverluste gibt ist mir bekannt.
    Nich nachvollziehen kann ich die Meinungen von selbsternannten Umweltschützern. Als es los ging mit den ersten WKA waren sie dagegen weil sie dadurch die Vögel in Gefahr sahen. Heute wollen sie WKA in der Nordsee aber es darf keine Trassen geben die den Strom zu den Verbrauchern in den Süden transportierten. Kohlekraftwerke sind nicht akzeptabel da diese CO2, ein so schreckliches Giftgas, produzieren. Übrigens das Verfahren das CO2 abzufangen und unter die Erde zu fördern ist auch nicht erwünscht. Ich war letzte Woche im Raum Frankfurt Oder da hängen die Plakate mit der Aufschrift “DAGEGEN”. AKWs gehen aus bekannten Gründen ja so wie so nicht.
    Um eins klarzustellen, ich bin nicht generell gegen erneuerbare Energien, nur sollte der Einsatz sinnvollen sein. Es gibt zum Beispiel Photovoltaikanlagen auf Dächern die in Richtung Osten bzw Westen ausgerichtet sind, da frage ich mich schon was das soll. Ich hab ach schon mal mit Solarzellen “experimeniert” und mehr als 200W /m² war im Hochsommer nicht drin. Ich kann mir nicht helfen aber Photovoltaikanlagen finde ich in Deutschland unwirtschaftlich. Wenn die Dächer zur Erzeugung von warmen Wasser genutzt würden, ließe sich mit Sicherheit mehr Energie einsparen.

    • Alex sagt:

      Kann dir da nur teilweise zustimmen. Ich bin auf jeden Fall der Meinung das eine gut installierte Solaranlage durchaus in der Lage ist ausreichend Strom zu generieren. Klar macht es nicht soviel Sinn die Anlagen in Richtung Westen auszurichten, vielleicht sollte man sich dann besser erst einmal gründlich informieren bevor man sich so eine kostspielige Anlage auf dem Dach installieren lässt. Als sehr gutes Informationsportal kann ich foerdermittel-solar.de empfehlen.
      Beste Grüße Alex

      • Also ich habe mir vor ca 2 Jahren eine Photovoltaik Anlage beschafft und hatte genau das gleiche Problem: Unterschiedliche Aussagen, die sich teils vehement widersprachen. Und dann tausende Forenbeiträge und Informationsseiten. Das ganze Thema ist sehr komplex und für mich als Laien nur schwer nachvollziehbar. Natürlich kann ich mich reinlesen, aber ich bin halt kein Techniker und muss irgend jemandem letzlich vertrauen. Da die Photovoltaik Preise auch so unglaublich breit gefächert sind, habe ich Portale genutzt, auf denen man informiert wird (was ich aber schon vorher auf anderen Seiten gemacht hatte) und auf denen man kostenlos Angebote von Fachhändlern bekommt. Ich habe drei Portale ausprobiert und bin bis heute sehr zufrieden! Es gab zwar hin und wieder Probleme (Reinigung der Zellen war erforderlich) aber auch dafür ließ ich mich von dem Installateur beraten. Ich kann nur empfehlen: Vergleicht nicht nur Infos, sondern auch konkrete ANgebote, im Internet-Zeitalter ist das extrem kundenfreundlich!

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